Grossbritannien: SMR BWRX-300 schliesst Schritt 2 der Auslegungsprüfung ab

GE Vernova Hitachi Nuclear Energy (GVH) konnte die zweistufige Auslegungsprüfung der britischen Nuklearaufsichtsbehörden für seinen kleinen, modularen Reaktor (SMR) BWRX-300 erfolgreich abschliessen. Die Behörden haben bestätigt, dass die Auslegung keine grundlegenden Mängel in Bezug auf Sicherheit, Gefahrenabwehr, Nichtverbreitung und Umweltschutz aufweist.

23. Dez. 2025
Ansicht des BWRX-300
Die britischen Nuklearaufsichtsbehörden sehen in der Auslegung des Siedewasser-SMR BWRX-300 keine grundlegenden Hinderungsgründe für einen Einsatz in Grossbritannien. Noch gibt es aber keine konkreten Bauprojekte im Land.
Quelle: GVH

In Grossbritannien prüfen die Nuklearaufsichtsbehörden Office for Nuclear Regulation (ONR) und Environment Agency (EA) sowie Natural Resources Wales (NRW; für Wales) die Auslegung neuer Kernrektoren im Rahmen eines Generic Design Assessments (GDA, siehe weiter unten). Am 11. Dezember 2025 konnten die Nuklearaufsichtsbehörden den erfolgreichen Abschluss des Schritts 2 im GDA-Prozess für den Siedewasser-SMR BWRX-300 von GE Vernova Hitachi Nuclear Energy (GVH) bekanntgeben. GVH hatte sich für die Absolvierung von nur zwei der drei möglichen GDA-Schritte entschlossen, womit die Prüfung nun abgeschlossen ist. Den Antrag auf Aufnahme des GDA stellte der Reaktorentwickler im Dezember 2022. Die Regierung Grossbritanniens gab diesem Antrag am 25. Januar 2024 statt und ordnete die Auslegungsprüfung durch die Aufsichtsbehörden an. Der GDA-Schritt 1 konnte bereits am 12. Dezember 2024 abgeschlossen werden.

«Die Aufsichtsbehörden haben bestätigt, dass ihre Bewertung keine grundlegenden Mängel in Bezug auf nukleare Sicherheit (safety), Gefahrenabwehr (security), Nichtverbreitung (safeguards) oder Umweltschutz in der Auslegung [des BWRX-300] festgestellt hat, die dessen Einsatz in Grossbritannien verhindern könnten», schrieb ONR zum BWRX-300. Da keine detaillierte Bewertung (GDA-Schritt 3) beauftragt wurde, gilt diese Schlussfolgerung vorbehaltlich einer späteren detaillierten Prüfung und der erforderlichen standortspezifischen Genehmigungen durch einen künftigen Entwickler. In Schritt 2 identifizierten die Behörden zudem umweltrelevante Bereiche wie die Abfallentsorgung, die in einer späteren Phase vertieft geprüft werden müssten, entweder durch eine erneute Aufnahme des GDA oder im Rahmen standortspezifischer Vorlizenzierungs- und Genehmigungsaktivitäten. Nachdem GVH im SMR-Wettbewerb von Great British Energy – Nuclear (GBE-N) als bevorzugter Technologielieferant für den Bau der ersten SMR des Landes nicht zum Zug kam, gibt es in Grossbritannien keine Bauprojekte für den BWRX-300.

Einzelheiten zum Generic Design Assessment (GDA)

Das GDA ermöglicht es den britischen Nuklearaufsichtsbehörden, neue Auslegungen von Kernkraftwerken in einer frühen Phase des Regulierungsprozesses zu bewerten und Sicherheit darüber zu schaffen, dass diese neuen Auslegungen in Grossbritannien gebaut, betrieben und stillgelegt werden können. Reaktorentwickler können sich freiwillig für ein GDA entscheiden, das aus drei Schritten besteht: Initiierung des Verfahrens (Schritt 1), grundlegende Bewertung (Schritt 2) und detaillierte Bewertung (Schritt 3). Wie bei der Prüfung der Auslegung des Siedewasser-SMR BWRX-300 von GE Vernova Hitachi Nuclear Energy (GVH) kann sich ein Entwickler dazu entschliessen, auch nur zwei Schritte zu absolvieren, was dann nur rund drei statt fünf Jahre dauert.

Quelle

B.G. nach ONR und EA Medienmitteilungen, sowie, britische Regierung (EA, NRW und ONR), Entscheid zu GDA-Schritt 2 (Website 1, Website 2), 11. Dezember 2025

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