Indien: Schneller Brüter PFBR erreicht erstmals Kritikalität
Der Prototype Fast Breeder Reactor (PFBR) im indischen Kalpakkam hat die erste Kritikalität erreicht. Für das Kernenergieprogramm Indiens ist das ein wichtiger Schritt hin zu einem geschlossenen Brennstoffkreislauf.

In Indien hat der schnelle Brutreaktor Prototype Fast Breeder Reactor (PFBR) erstmals Kritikalität erreicht, womit eine selbsterhaltende Kettenreaktion stattgefunden hat. Gemäss Premierminister Narendra Modi ist dies ein «entscheidender Schritt» auf dem Weg des Landes zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Wann der PFBR den kommerziellen Betrieb aufnimmt, steht aber noch nicht fest.
Der PFBR ist ein natriumgekühlter Schneller Reaktor (SFR) mit einer elektrischen Leistung von 500 MW. Dieser Demonstrationsreaktor wurde seit 2004 am Kernkraftwerksstandort Kalpakkam im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu errichtet. Die Brennstoffbeladung begann im März 2024. Als Brutreaktor ist die Anlage darauf ausgelegt, mehr Brennstoff zu erzeugen oder zu «erbrüten» als sie verbraucht. Dabei können auch Bestandteile radioaktiver Abfälle – insbesondere Uran-238 sowie Plutonium aus wiederaufbereitetem Brennstoff – zur Erzeugung neuen Brennstoffs beitragen und als Brennstoff genutzt werden. Indien verfolgt das langfristige Ziel eines geschlossenen Thorium-Brennstoffkreislaufs. Im dreistufigen Kernenergieprogramm des Landes spielen solche Brutreaktoren somit eine wichtige Rolle (siehe unsere News und unser Multimedia-Dossier) und ebnen den Weg zur Nutzung der reichlich vorhandenen Thoriumreserven.
Quelle
B.G. nach NucNet, 8. April 2026