Kasachstan plant strategische Uranreserve für ein Jahrhundert
Kasachstan will die Uranversorgung seiner geplanten Kernkraftwerke langfristig sichern. Präsident Tokajew unterstützt die Prüfung einer staatlichen strategischen Uranreserve, die den Bedarf für das kommende Jahrhundert decken soll. Bis 2050 sollen dafür mindestens 150’000 t Uran gesichert werden.

In seiner Ansprache an die Bevölkerung vom 28. Oktober 2026 rief Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew angesichts der instabilen Weltlage zur Stärkung von Kasachstans Souveränität und Stabilität auf und betonte die Bedeutung einer vorausschauenden Uranversorgung. Nach dem landesweiten Referendum habe das Land die richtige Entscheidung getroffen, mehrere Kernkraftwerke zu bauen. Tokajew betonte, dass Kasachstan bereits heute die Uranversorgung dieser Anlagen für die Zeit in 50 Jahren und darüber hinaus planen müsse. Er sprach sich dafür aus, die Schaffung einer staatlichen strategischen Uranreserve zur Versorgung der kasachischen Kernkraftwerke für das kommende Jahrhundert eingehend zu prüfen.
Uranvorkommen erkunden und Brennstoffvorräte sichern
Am 3. November informierte das kasachische Bergbauunternehmen Kasatomprom den Präsidenten über die Arbeiten zur Schaffung der Reserve. Das Unternehmen führt derzeit auf sechs Flächen geologische Erkundungen durch. Diese umfassen zusammen mehr als 1000 km2. Zusätzlich ist die Erkundung des 124 km2grossen Gebiets Kysyltu im Süden Kasachstans vorgesehen.
Weitere Einzelheiten zur geplanten Uranreserve stellte die kasachische Atomenergiebehörde (KAEA) am 2. November einem Parlamentsausschuss vor. Laut Kazinform sieht die Entwicklungsstrategie für Kasachstans Nuklearbranche vor, bis 2050 mindestens 150’000 t Uran zu sichern. Die KAEA arbeitet derzeit daran, wie die Reserve aufgebaut und auf den langfristigen Brennstoffbedarf abgestimmt werden soll. Vorgesehen ist ein mehrstufiges System, das die gesamte Versorgungskette für Kernbrennstoff abdeckt: von der Sicherung von Uranvorkommen im Untergrund über physische Bestände an Natururan bis zu Vorräten an einsatzbereitem Kernbrennstoff.
Quelle
B.G. nach Präsidialamt der Republik Kasachstan, Ansprache vom 28. Oktober 2026 und Mitteilung vom 3. November 2026; Kazinform, Bericht vom 2. November 2026.
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