Red Book 2026: Uranressourcen, -produktion und -nachfrage

Der Bericht «Uranium 2026: Resources, Production and Demand» – auch als Red Book bekannt – hält fest, dass die Ausgaben für Uranexploration und Minenerschliessung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Kontinuierliche Investitionen bleiben jedoch unerlässlich, um den mit dem weltweiten Ausbau der Kernenergie steigenden Uranbedarf langfristig zu decken.

9. Okt. 2026
Fässer mit Uran
Uran wird weltweit gefördert – die Produktion verteilt sich auf mehrere Länder.
Quelle: Kasatomprom

Die Kernenergieagentur NEA der OECD und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) haben das Red Book 2026 veröffentlicht. Es gibt einen Überblick über die grundlegenden Entwicklungen auf dem weltweiten Uranmarkt, darunter Uranexploration, Uranressourcen, Uranproduktion und den Bedarf der Kernreaktoren. Der Bericht enthält Prognosen zur weltweiten Kernenergiekapazität und zum Uranbedarf der Reaktoren bis 2050 und bewertet die langfristigen Entwicklungen von Uranangebot und -nachfrage.

«Da immer mehr Länder ihren steigenden Strombedarf decken, ihre Versorgungssicherheit stärken und ihre Umweltziele erreichen wollen, dürfte die weltweite Kernenergiekapazität bis 2050 sowohl im niedrigen als auch im hohen Wachstumsszenario deutlich zunehmen», schrieb die NEA. Dadurch könne der jährliche weltweite Uranbedarf von 64'500 t Uran im Jahr 2025 auf rund 84’800 bis 143’900 t Uran steigen.

Gemäss Red Book gibt es weltweit allein schon mehr als 8,1 Mio. t Uran, die als derzeit identifizierte abbauwürdige Reserven zu Kosten von weniger als USD 260/kg U gewonnen werden können. Dies entspreche einem Anstieg um 2,1% gegenüber der 2025 veröffentlichten Ausgabe des Red Books 2024. Selbst der höchste prognostizierte Uranbedarf bis 2050 könne mit dieser Menge gedeckt werden. Die derzeit identifizierten abbauwürdigen Reserven reichen zudem noch für Jahrzehnte über 2050 hinaus. Hinzu kommen weitere bislang unentdeckte Vorkommen sowie unkonventionelle Uranquellen, welche die langfristige Verfügbarkeit von Uran zusätzlich erhöhen. Um die Reserven zu erschliessen, seien aber rechtzeitige, umfangreiche und kontinuierliche Investitionen erforderlich.

Durch die Wiederinbetriebnahme zuvor stillgelegter Produktionskapazitäten und die Ausweitung der Förderung in bestehenden Minen habe die weltweite Uranproduktion bereits in den Jahren 2023 und 2024 zugenommen. Der deutliche Anstieg der weltweiten Ausgaben für Uranexploration und Minenerschliessung zeige, dass Investitionen wieder zunehmen; dennoch müssten noch mehr Uranprojekte bis zur Entwicklungs- und Produktionsreife vorangebracht werden.

Quelle

B.G. nach OECD/NEA und IAEO, Red Book 2026 und Medienmitteilung, 14. September 2026

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