Studie: Langzeitbetrieb Schweizer Kernkraftwerke besonders wirtschaftlich

Der Langzeitbetrieb der Schweizer Kernkraftwerke gehört zu den kostengünstigsten Möglichkeiten der Stromproduktion. Das zeigt eine neue internationale Kostenstudie der Nuclear Energy Agency (NEA) der OECD und des Electric Power Research Institute (EPRI).

21. Sep. 2026
Das Kernkraftwerk Gösgen aus der Vogelperspektive.
Der Langzeitbetrieb der Schweizer Kernkraftwerke, wie hier in Gösgen, gehört laut Studie zu den kostengünstigsten Möglichkeiten der Stromproduktion.
Quelle: KKG

Die Studie «The Costs of Generating Electricity 2025» vergleicht 23 Technologien in 21 Ländern. Für eine Verlängerung der Betriebsdauer der Schweizer Kernkraftwerke um 20 Jahre errechnet sie Stromgestehungskosten von 61,72 Dollar pro Megawattstunde (USD/MWh). Bei einer Verlängerung um 40 Jahre – im Bericht als Orientierungswert ausgewiesen – sind es 63,83 USD/MWh.

Damit ist der Langzeitbetrieb in der Schweiz deutlich günstiger als die weiteren untersuchten Optionen: Für neue Photovoltaikanlagen nennt die Studie 106,32 USD/MWh, für Onshore-Windkraft 141,39 USD/MWh. International kostet der Langzeitbetrieb von Kernkraftwerken durchschnittlich 48 USD/MWh und zählt damit gemeinsam mit der Wasserkraft zu den wirtschaftlichsten CO₂-armen Stromquellen.

Neubauten profitieren von Serienbau

Für ein kurzfristig realisiertes grosses Kernkraftwerk in der Schweiz errechnet die Studie Stromgestehungskosten von 138,30 USD/MWh. Der Wert liegt leicht unter dem internationalen Durchschnitt von 141 USD/MWh. Bei standardisierten Folgeprojekten können die Kosten deutlich sinken. International geht die Studie bei serienmässig gebauten grossen Reaktoren von durchschnittlich 78 USD/MWh aus. Voraussetzung dafür sind eingespielte Lieferketten, verlässliche regulatorische Prozesse, günstige Finanzierung und wiederholte Bauprogramme. Für kleine modulare Reaktoren (SMR) nennt sie durchschnittlich 147 USD/MWh bei kurzfristiger Realisierung und 91 USD/MWh bei Serienfertigung.

Die Autoren warnen davor, Technologien allein anhand ihrer Stromgestehungskosten zu beurteilen. Diese erfassen bei Wind- und Solarenergie beispielsweise nicht die zusätzlich anfallenden Kosten für Netze, Speicher und Reservekapazitäten.

Die Ergebnisse unterstreichen den wirtschaftlichen Wert des Langzeitbetriebs. Bei Neubauten hängt die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere von Finanzierung, Standardisierung und Bauorganisation ab.

Quelle

S.D. nach OECD/NEA, Medienmitteilung, 17. September 2026

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