VSE-Umfrage: Kernenergie gewinnt deutlich an Zustimmung

Die Schweizer Bevölkerung misst der Versorgungssicherheit eine immer grössere Bedeutung bei und bewertet die Kernenergie zunehmend als wichtigen Teil der Lösung. Dies zeigt die neue Ausgabe der Studie «Versorgungssicherheit» des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag des Verbands Schweizer Elektrizitätsunternehmen (VSE).

8. Juni 2026
Stromleitung
Gemäss VSE-Umfrage verschiebt sich die öffentliche Debatte um die Kernenergie hin zu einer pragmatischeren Diskussion über Versorgungssicherheit und Technologieoffenheit.
Quelle: Casey Horner via Unsplash

Besonders deutlich wird dies beim Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke: 79% der Stimmberechtigten sprechen sich in der Umfrage dafür aus, die Schweizer Kernkraftwerke so lange weiter zu betreiben, wie sie sicher sind. Damit erreicht die Zustimmung zur Kernenergie Werte, die mit den beliebtesten Formen der Stromproduktion vergleichbar sind.

Auch neue Kernkraftwerke stossen auf wachsende Akzeptanz. Erstmals befürwortet eine klare Mehrheit von 59% den Bau von Kernkraftwerken der nächsten Generation. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 6 Prozentpunkte. Noch stärker ist die Zustimmung zu heutigen Reaktortypen gestiegen: 48% halten den Bau von Kernkraftwerken nach aktuellem Standard für sinnvoll, das sind 9 Prozentpunkte mehr als 2025.

Die Studie zeigt zudem, dass die Bevölkerung zunehmend Zweifel daran hat, dass erneuerbare Energien allein den künftigen Strombedarf der Schweiz decken können. 64% sind der Ansicht, dass erneuerbare Energien nicht ausreichen, um den Strombedarf des Landes zu sichern. Gleichzeitig unterstützen 55% die Aussage, dass Sonne und Wind die Stromversorgung nicht ausreichend sicherstellen können und deshalb Kernkraftwerke benötigt werden.

Auch bei hypothetischen Engpässen gewinnt die Kernenergie an Bedeutung. Falls der Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft nicht ausreichen sollte, würden sich 43% für zusätzliche Kernkraftwerke aussprechen, ein Plus von 13 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Falls keine weiteren Anlagen für erneuerbare Energien gebaut werden könnten, würden sich sogar 58% für zusätzliche Kernkraftwerke aussprechen. Lediglich 26% würden in diesem Fall Gaskraftwerke bevorzugen.

Die Studienautoren halten in ihrer Synthese fest, dass die Kernenergie ihren «Ausnahmecharakter» zunehmend verliere. Die Debatte verschiebe sich von einer grundsätzlich ablehnenden Haltung hin zu einer pragmatischeren Diskussion über Versorgungssicherheit und Technologieoffenheit.

Zur Studie: Die Studie «Versorgungssicherheit» wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag des Verbands Schweizer Elektrizitätsunternehmen (VSE) zum 5. Mal seit 2022 durchgeführt. Für die repräsentative Befragung wurden zwischen dem 23. März und dem 15. April 2026 insgesamt 1015 Stimmberechtigte in der Schweiz befragt.

Quelle

S.D. nach VSE, Medienmitteilung vom 7. Juni 2026

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Zur Newsletter-Anmeldung

Profitieren Sie als Mitglied

Werden Sie Mitglied im grössten nuklearen Netzwerk der Schweiz!

Vorteile einer Mitgliedschaft