Japan: gesamtwirtschaftlicher Nutzen eines neuen Kernkraftwerks abgeschätzt

Das Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) hat analysiert, welche positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte ein einzelnes Kernkraftwerk mit einer Leistung von 1200 MW in Japan auslösen kann. Die Abschätzung hat einen Betrag von rund 4,3 Billionen Yen (umgerechnet rund CHF 23 Mrd.) ergeben.

14. Okt. 2026
Ansicht des Kernkraftwerks Takahama
Japan setzt verstärkt auf Kernenergie, um die Stromversorgung zu sichern und die Abhängigkeit von teuren Importen fossiler Brennstoffe zu verringern. Im Bild das Kernkraftwerk Takahama in der Präfektur Fukui.
Quelle: Takahama Nuclear Power Plant by Hirorinmasa via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) ist der in Tokio ansässige Verband der Nuklearindustrie. Es hat die positiven gesamtwirtschaftlichen Effekte eines neuen Kernkraftwerks in Japan mit einer Leistung von 1200 MW auf rund 4,3 Billionen Yen (umgerechnet rund CHF 23 Mrd.) geschätzt. Berücksichtigt wurden dabei Bau, Betrieb und Rückbau der Anlage. Das Jaif hat deren Wert unter drei Gesichtspunkten untersucht: Versorgungssicherheit, gesamtwirtschaftlicher Nutzen und Umweltverträglichkeit. Die Vorteile der Kernkraft gehen laut Jaif mit dem Beitrag zur stabilen Stromversorgung und der Reduktion von CO₂-Emissionen weit über blosse wirtschaftliche Aspekte hinaus.

Nach Berechnungen des Jaif kann ein solches Kernkraftwerk jährlich rund 8,1 Mrd. kWh Strom erzeugen, was dem Jahresverbrauch von etwa 2,6 Millionen japanischen Haushalten entspricht. Dadurch könnten jährlich rund 4,8 Mio. Tonnen CO₂-Emissionen vermieden und Kosten für fossile Brennstoffe von umgerechnet CHF 270 bis 380 Mio. eingespart werden.

Hintergrund der Jaif-Analyse ist die Einschätzung der japanischen Regierung, dass bis in die 2040er-Jahre zwei bis fünf und bis in die 2050er-Jahre insgesamt elf bis vierzehn Kernreaktoren ersetzt werden müssen. Der Bau eines Kernkraftwerks würde gemäss Jaif in der japanischen Volkswirtschaft jährlich rund 14'000 Arbeitsplätze schaffen oder sichern. Auch die heimische Industrie könnte erheblich profitieren: Bei vielen bestehenden Kernkraftwerken stammen mehr als 90% der Ausrüstung aus japanischer Produktion. Zudem stärken die in Japan vorhandenen Kernbrennstoffvorräte die Versorgungssicherheit: Sie ermöglichen rechnerisch eine Stromerzeugung während 2,9 Jahren ohne zusätzliche Brennstoffimporte.

Quelle

B.G. nach NucNet, 8. Oktober 2026 sowie Jaif, Medienmitteilung, 2. Oktober 2026

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